Michael Friedmann

Seminarleiter · Yogi · Wegbegleiter 

Das Flussbett wird geebnet ...

Mein Weg begann mit einer Entscheidung. Einer Entscheidung, die getroffen wurde, lange bevor ich entscheiden konnte.

Als Kind einer jüdischen, aus Weißrussland stammenden Familie, wuchs ich in Krefeld, in einem Umfeld auf, welches mich spirituell gleichauf stark prägte. Noch in der Wiege, von Meditations-Praktikern umgeben, sog ich alles in mich auf, wie es Kinder so tun: bedingungslos, ungefiltert, natürlich.

Meine erste bewusste Lehrerin war meine Klavierlehrerin, Nadja Mindlin. Sie lehrte mich nicht nur Noten — sie öffnete mir das Fenster in die Weite und Tiefe des Lebens. Durch ihre Hände, ihren Geist und durch die Musik, lernte ich früh: alles was ist, war und jemals sein wird, ist Schwingung – wir sind nie getrennt.

Dunkelheit und Licht

Alles ist ein Spiegel unserer innersten Bewegungen, ob wir wollen, oder nicht.

Ich verlor mich im Sumpf der Verwirrung. Nach dem Abitur, ging ich zum Studium nach Paris, auf den Spuren meiner Schwester. Dort durfte ich zum ersten Mal erleben, wie es ist, wenn das Leben mir spiegelt, dass ich mich nicht auf meinem Weg befinde. Nebel, Rausch, Depression. Ich wurde von der Stadt ausgespuckt — sie lehrte mich Akzeptanz und Demut vor dem höheren Prinzip. Ich kehrte zurück.

Mit zwanzig Jahren stellten sich mir zum ersten Mal die großen Fragen mit voller Wucht: Wofür bin ich hier? Was bedeutet es zu leben? Welche Geheimnisse umhüllen uns?

Ich begann zu suchen — intrinsisch, hungrig, ehrlich. Bücher wurden meine ersten Wegweiser. Meditation vertiefte sich. Yoga kam in mein Leben. Und dann: ein Erlebnis, das alles veränderte. Eine Begegnung intensivster Art mit einer psychedelischen Substanz weckte mich auf eine Weise, die ich bis dahin nicht für möglich gehalten hätte. Alles, was vorher Theorie war, wurde auf einen Schlag zur Praxis. Es war harte Selbsterkenntnis ohne Schonung:

Zwischen Glück und Unglück liegt nur ein einziger Gedanke.

Diese Erkenntnis katapultierte mich in den Raum zwischen den Gedanken. Ich war wie neu geboren — bereit, das Leben in all seinen Farben, Emotionen und Situationen zu spüren. Seitdem ist dieses Gefühl der Wachheit allgegenwärtig.

Erinnerungen auf Zellebene

Es folgte ein Ruf, der tiefer gehen sollte, als ich es mir hätte erträumen können —die Seminararbeit von Karl Grunick und seine Ki (Körperintelligenz)-Erfahrung.

Zum ersten Mal erfuhr ich im Alltag, was es heißt wahrlich präsent zu sein. Nicht als Konzept. Nicht als Idee. Sondern im ganzen Körper — mit jedem Atemzug, mit jeder Zelle. Erinnerungen aus längst vergangenen Zeiten wurden wieder wach und jedes einzelne besuchte Seminar, ob bei Karl oder seinen Schülern, wurde zum Katapullt in mich hinein.

Zu selben Zeit reiste ich zweimal für je rund fünf Monate nach Nepal, lernte bei Yogis verschiedener Traditionen, vertiefte meine Meditation und erforschte Bewusstseinszustände.

(Körper-)Meditation wurde nun zum gegenwärtigen Seinszustand.

Von innen nach außen

Der Strom findet seinen Weg.

Seit 2021 lebe ich mit meiner Partnerin Luana Adt im Lebensgarten Steyerberg, einer der ältesten Gemeinschaften Deutschlands. Hier lerne ich jeden Tag dazu über Menschsein, Natur, Verbindung, Konflikt und Kontakt.

Die ersten Jahre waren von Beobachtung geprägt — was umgibt mich? Was ist dieser Makro-Organismus? 

Darauf folgte eine Zeit der Energie-Bündelung — wer bin ich im Gesamtgefüge und was sind meine Aufgaben?

Fast zwei Jahre lang durfte ich durch wiederkehrende schmerzvolle körperliche Symptome gehen, deren Nachricht immer klarer wurde: es ist jetzt an der Zeit mich mit meinen Erfahrungen der Welt mitzuteilen. Noch nie zuvor habe ich Auswirkungen von Entscheidungen so deutlich und körperlich vernehmen dürfen wie in diesem Prozess.

Jetzt ist die Zeit der Entfaltung gekommen. Der Friedensfluss ist geboren.

„In den Friedensfluss zu steigen ist eine Entscheidung — vom Friedensfluss durchströmt zu werden ist ein Segen.“

Wenn dich etwas berührt hat, dann lass uns einander begegnen.
Ich biete Räume, in denen Stille und Bewegung im Atemfluss eins werden.